Der Fisch
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Neurotitan, Berlin
Dietmar Walther
Der Fisch von Damien Hirst, welcher durch Gefangennahme und Abschlachtung und anschließenden, aufwendigen Maßnahmen in Verbindung mit langer Reise aus seinem ureigensten Kontext in den der Kunstwelt transformierte, fand 2004 einen neuen Besitzer. Der Hedge Fonds Manager, Steven A. Cohen kaufte ihn für die ungefähre Summe von ca. 9 Millionen Euro. Der Fisch war ein Tigerhai und da seine Hülle begann seine Konturen aufzulösen und die umgebende Flüssigkeit zu trüben, wurde der alte Hai durch einen Neuen ersetzt.
Was macht dieses Werk von Damien Hirst so spektakulär? Ist es der pure Eifer und die Neugierde den Tod aus nächster Nähe zu betrachten, von einem Lebewesen, das uns selbst nach dem Leben trachten könnte? Oder ist es der Preis, durch Spekulation hochgetrieben, die Phantasie, die poetisch klingende Umschreibung des Profitpotentials? Hedge Fonds Manager gelten als die aktivsten Käufer und Verkäufer am Kunstmarkt, die mit großen Summen in Werke einiger Künstler investieren und somit die Preise nach oben treiben, um sich ihrer Positionen später mit Profit zu entledigen oder durch Schenkungen ihre Steuerlast senken und möglicherweise einen Posten als Trustee in einem renommierten Museum erhalten. Also Beweggründe für Profit und Status statt für die „schönen“ Künste? Spiegelt diese Kunst lediglich die kaputte Wertewelt ihrer Mäzene und Finanziers wieder?



