Elisabeth Brügger
Skulptur – Objekt – Installation
„Ich fühle mich so schön geleitet von der Kunst, obwohl ich anfangs selten weiß, was sie
vorhat und wohin sie mit mir will. Darauf soll ich mittendrin dann selbst kommen.
Und sie will, dass ich immer wieder ganz anders für sie arbeite, jedenfalls war das bisher so.
Auch muss ich mit, wenn sie Haken schlägt wie ein Hase, um stets dem Selbstzitat zu enteilen
und das Raubtier Routine abzuschütteln.
Es erstaunt mich, an welche inneren und äußeren Orte wir auf diese Weise kommen.“
So habe ich vor kurzem erst das Verhältnis zu meiner strengen Chefin, der Kunst,
beschrieben. Bezug nehmend auf das Thema Copyright füge ich hinzu, dass die Kunst mich meist
uninformiert zur Arbeit schickt.
Oft gibt sie mir nur ein Stichwort mit auf den Weg, oder ein altes Bild.
Dabei ist sie so frei, sich nicht für das Copyright zu interessieren, sie will, dass alles im Fluss bleibt.
Zur Ausstellung COPYRIGHT
Die Arbeit Auf Erden entstand aus dem Bildmaterial von Illustrierten und einer
Künstleranatomie. Auf einem raumfüllenden Origami-Gebilde (Himmel-und-Hölle) wird
zwischen den Abbildungen eine Beziehung hergestellt, die durch die Bildpositionierungen auf
Innen- und Außenflächen, durch die Statik und eine mögliche Beweglichkeit des Objektes
bestimmt wird.
Die Idee zu der Serie Neue Bronzespiegel für ein Neues Jahrtausend ist angeregt durch
antike Vorbilder, deren ehemals polierte Spiegelflächen korrodiert sind, deren Rückseiten
jedoch mit figürlichen Darstellungen geschmückt sind. Ich wollte Varianten neuer
Bronzespiegel herstellen, die wieder als Spiegel zu gebrauchen sind. In zwei der Spiegel
sind auf die Rückseiten aphorismusähnliche Sätze graviert – Reflexion durch Reflexion und
durch den Blick “hinter“ den Spiegel.
Die nachahmende, aufgreifende Beschäftigung, hier mit anatomische Abbildungen des Menschen und
jahrtausendealtem Kunsthandwerk, ist eine besondere Form des Nachdenkens über diese Dinge
und die Zeiten, in denen sie entstanden sind. Durch die Einarbeitung dieser Dinge in meine Kunst
entdecke und interpretiere ich das Gewesene für mich und für heute neu.



